2. Symptome: So erkennen Sie eine Lockerung
Nicht jedes Wackeln bedeutet das Gleiche. Um die richtige Reaktion zu wählen, hilft es zu verstehen, wie ein Implantat aufgebaut ist: Die Implantatschraube sitzt im Kieferknochen und verwächst dort mit dem Gewebe (Osseointegration). Darauf wird das Abutment, ein Verbindungsstück, geschraubt. Auf dem Abutment sitzt die sichtbare Krone. Je nachdem welches dieser Teile sich löst, unterscheidet sich der Schweregrad.
Typ 1: Schraubenlockerung (prothetisch)
Bei einer Schraubenlockerung bewegt sich die Krone auf dem Implantat, während das Implantat selbst fest im Knochen bleibt. Typische Symptome: Die Krone lässt sich leicht hin- und herbewegen, beim Kauen entsteht ein ungewohntes Klicken oder Druckgefühl. Schmerzen treten in der Regel nicht auf. Diese Art der Lockerung kommt vergleichsweise häufig vor. Studien zeigen eine Komplikationsrate von etwa 12,7 Prozent innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Implantation.
Typ 2: Biologische Lockerung
Deutlich ernster ist die biologische Lockerung. Hier wackelt das Implantat selbst, weil der umgebende Knochen sich zurückbildet. Die häufigste Ursache dafür ist eine Periimplantitis, eine bakterielle Entzündung rund um das Implantat. Symptome sind Schmerzen beim Kauen, gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch, Blutungen beim Zähneputzen und im fortgeschrittenen Stadium eitrige Absonderungen. Laut Langzeitstudien sind 12 bis 22 Prozent aller Implantate von einer Periimplantitis betroffen. Die Vorstufe, die sogenannte Peri-Implantat-Mukositis, tritt sogar bei bis zu 43 Prozent der Implantate auf.
Der wichtigste Selbsttest: Versuchen Sie vorsichtig, die Krone mit zwei Fingern zu bewegen. Bewegt sich nur die Krone und Sie spüren dabei keinen Schmerz, handelt es sich wahrscheinlich um eine Schraubenlockerung. Bewegt sich das gesamte Implantat oder haben Sie Schmerzen und Schwellungen, sollten Sie umgehend Ihren Zahnarzt aufsuchen.
Quellen:
implantate.com
|
ZWP Online